SPD Veitsbronn - Siegelsdorf

Marlene Rupprecht zur Einigung bei den HartzIV-Reformen

Veröffentlicht am 23.02.2011 in Bundespolitik
 

Erfolge für Betroffene und Kommunen - aber das solidarische Gemeinwesen bleibt bedroht
Zur Einigung von SPD und Schwarzgelb in den Gesprächen über eine Reform der HartzIV-Leistungen erklärt Marlene Rupprecht, SPD-Bundestagsabgeordnete für die Wahlkreise Fürth und Erlangen sowie Vorsitzende der Kinderkommission des Deutschen Bundestags:

Die Ergebnisse der Verhandlungsrunde sind ein Kompromiss – nicht mehr, aber auch nicht weniger. Er bedeutet für die Leistungsberechtigten nicht nur eine Anhebung des Regelsatzes um insgesamt 8 auf 364 Euro, sondern verbessert vor allem die Situation armer Kinder mit dem Bildungs- und Teilhabepaket erheblich.
Ich erkenne diesen Erfolg an, auch wenn ich mir als Familien- und Kinderpolitikerin hier statt Mittagessenszuschüssen, Unterstützung bei Nachhilfe- und Vereinsbeiträgen oder Hilfen für Schulausflüge lieber hochwertige und inklusive Bildungs- und Betreuungsangebote für alle Kinder gewünscht hätte. Denn bei der Berechnung und Gewährung dieser Leistungen sehe ich auch die Gefahr, dass immenser Verwaltungsaufwand entsteht, bis die Betroffenen ein paar Euro an zusätzlicher Unterstützung erhalten.
Eindeutig auf der Habenseite der SPD-Verhandlungsführung mit Manuela Schwesig und Ministerpräsident Kurt Beck steht ebenfalls der Mindestlohn für 1,2 Millionen Menschen in der Zeitarbeit und bei Sicherheitsdiensten. Dass dies gegen den erbitterten Widerstand der FDP-Verweigerer durchgesetzt werden kann, darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass uns das Fehlen allgemeiner Mindestlöhne schon am 1. Mai furchtbar auf die Füße fallen wird, wenn die Dumpinglöhne aus den osteuropäischen EU-Staaten unsere Arbeitsmärkte bedrohen. Hier wird die SPD weiter Druck machen müssen.
Auch für die Kommunen hat sich die Hartnäckigkeit der SPD-Verhandler ausgezahlt: Ihnen wird nicht – wie von schwarzgelb ursprünglich geplant – die Grundsicherung im Alter mit den Bildungspaket verrechnet, sondern als echte strukturelle Entlastung ab 2012 gewährt. Dass das Bildungspaket ebenso wie dessen Verwaltungskosten und die umstrittenen Warmwasserkosten zu einer deutlichen Erhöhung des Bundesanteils bei der Kosten der Unterkunft der HartzIV-Bezieher führen, wird die Belastung unserer Städte und Landkreise schon heuer begrenzen. Dies ist mir auch als Gemeinde- und Kreisrätin besonders wichtig.
Ungeachtet der praktischen Verbesserungen sollte man aber auch über die Pferdefüße der Einigung nicht verschweigen: So wird der Bund zur Finanzierung der genannten Kosten bei der Bundesagentur für Arbeit 4 Mrd. Euro pro Jahr streichen, obwohl schon jetzt zahlreiche Qualifikations- und Beschäftigungsangebote nicht mehr durchgeführt werden können: Dies wird zahlreiche Arbeitslose auch in unserer Region treffen, die mit großem Engagement an ihrer Rückkehr in den Arbeitsmarkt arbeiten.
Der Kompromiss hat damit eines gezeigt: Wenn es nicht gelingt, die „starken Schultern“ an der Finanzierung eines solidarischen Gemeinwesens besser zu beteiligen, werden wir uns auch bei der nächsten Runde wieder mit derartigen „Verschiebebahnhöfen“ und Kürzungen von Leistungen beschäftigen müssen.

Dokumente und Informationen downloaden

 

 

Webstatistik

Besucher:335443
Heute:331
Online:2

Jetzt einsetzen gegen Rechts

Aktuelle News

26.09.2026 19:01 Sonja Eichwede und Bettina Lugk zur Olympia-Entscheidung
Jetzt braucht es einen gemeinsamen Aufbruch für Olympia. München setzt sich durch. Nachdem die Evaluierungskommission die Konzepte von München und KölnRheinRuhr nahezu gleichauf bewertet hatte, haben sich die Delegierten der außerordentlichen Mitgliederversammlung nun für München als deutsche Bewerberstadt entschieden. Wir gratulieren München und allen Beteiligten zu diesem überzeugenden Konzept. Sonja Eichwede, stellvertretende Vorsitzende: „Herzlichen Glückwunsch… Sonja Eichwede und Bettina Lugk zur Olympia-Entscheidung weiterlesen

25.09.2026 19:03 Wegge/Heselhaus zu EU-Regeln gegen Greenwashing
Umsetzung von EU-Regeln gegen Greenwashing: Koalition schafft pragmatische Lösung für Altwarenbestände Am 27. September 2026 treten neue Regeln in Kraft, nach denen Umweltaussagen in der Werbung oder auf Produktverpackungen jetzt klar und nachvollziehbar belegt werden müssen. Um einen pragmatischen und verhältnismäßigen Umgang mit Altbeständen sicherzustellen, justieren wir nach. Carmen Wegge, rechts- und verbraucherpolitische Sprecherin: „‘Einfach… Wegge/Heselhaus zu EU-Regeln gegen Greenwashing weiterlesen

14.09.2026 17:56 Zollkodex
Jeden Tag kommen Millionen Kleinsendungen aus Drittstaaten in die EU. Die enorme Menge erschwert wirksame Kontrollen erheblich. Allein im Jahr 2024 wurden 4,6 Milliarden Pakete mit einem Warenwert von weniger als 150 Euro in die EU eingeführt – 91 Prozent davon über chinesische E-Commerce-Plattformen. Das sind mehr als doppelt so viele wie noch 2023, als… Zollkodex weiterlesen

14.09.2026 17:54 Armand Zorn zur aktuellen Lage der Spritpreise
Regulatorischer Spritpreisdeckel zur Entlastung von Verbraucherinnen und Verbrauchern Die steigenden Spritpreise sorgen erneut für Belastungen bei Verbraucherinnen und Verbrauchern. Angesichts der Tatsache, dass die Preise an den Zapfsäulen auch jetzt wieder stärker und schneller gestiegen sind, als der Ölpreis und die Verarbeitungs- und Transportkosten es zu rechtfertigen vermuten, fordern wir erneut einen regulatorischen Spritpreisdeckel zur… Armand Zorn zur aktuellen Lage der Spritpreise weiterlesen

14.09.2026 17:53 Nancy Faeser zur Schließung der Goethe-Institute in Russland
Schließung deutscher Goethe-Institute in Russland ist großer Fehler Nancy Faeser, zuständige Berichterstatterin: Seit dem 13.09.2026 schließt Russland die Goethe-Institute in Moskau, St. Petersburg und Jekaterinburg. Die SPD-Bundestagsfraktion kritisiert die Entscheidung als schweren Rückschlag für den kulturellen und gesellschaftlichen Austausch. Die Institute stärken die Verbindungen zwischen Deutschland und der russischen Zivilgesellschaft über Regierungen hinaus. „Die Schließung der… Nancy Faeser zur Schließung der Goethe-Institute in Russland weiterlesen

Ein Service von info.websozis.de

Wetter-Online