Hoher Besuch bei kleinen Bürgern: Marlene Rupprecht unterhielt sich in der „Gräfin Ottilie“ mit den Kindergartenkindern Sprache als Schlüssel zum gegenseitigem Verstehen
Insgesamt 5 Kindertagesstätten in Stadt und Landkreis Fürth werden durch das Bundesprogramm „Offensive Frühe Chancen: Schwerpunkt-Kitas Sprache & Integration“ gefördert.
Marlene Rupprecht, SPD-Bundestagsabgeordnete und Kinderbeauftragte der SPD-Fraktion, informierte sich im Steiner Kindergarten „Gräfin Ottilie“ über die Beweggründe für die Teilnahme am Programm und darüber, welche Rolle die Sprachintegration in Kindergärten mit hohem Migrantenanteil spielen kann.
Wie Marlene Rupprecht von Kindergartenleiterin Berit Werner und ihren Kolleginnen erfuhr, hat von den 102 Kindern in der Einrichtung ein gutes Drittel einen Migrationshintergrund, 25% der Eltern sind alleinerziehend und rund 20% sind auf Arbeitslosengeld II angewiesen. Nachdem der Kindergartenträger, die Martin-Luther-Kirchengemeinde Stein, viel Wert auf einen guten Personalschlüssel legt, ist das Förderprogramm eine Chance, die Sprachförderung mit zusätzlichem Fachpersonal weiter zu intensivieren.
2011-2014: Eigene Fachkraft für die Sprachförderung
Berit Werner: „Wir haben schon bisher mit Programmen wie „Hören.Lauschen.Lernen“ viel Wert auf die Förderung der Wahrnehmung und der phonologischen Bewusstheit gelegt und hatten 2009/2010 eine Sprachberaterin im Kindergarten. Die 93.000 Euro des Programms sind nun eine tolle Basis, um die Sprachkompetenz unserer Kinder die nächsten 3 Jahre dank einer eigenen Fachkraft mit 20 Stunden wöchentlich zu fördern.“
Angesichts der Tatsache, dass im Kindergarten "Gräfin Ottilie" bereits 85% der Kinder zwischen 6 und 10 Stunden im Kindergarten betreut werden, sieht Marlene Rupprecht die Verantwortung der Kitas weiter wachsen: „Der Kindergarten wird für viele Kinder immer wichtiger. Wenn Eltern wissen, dass es ihren Kindern im Kindergarten gut geht und sie gefördert werden, entlastet dies die Familien ganz erheblich.“
Marlene Rupprecht: Sprachintegration von vornherein mitdenken!
Bei aller Freude über die Programm-Förderung der fünf Kitas im Wahlkreis legte die SPD-Kinderbeauftragte aber auch den Finger in die Wunde der zersplitterten Zuständigkeiten, die eine Verstetigung derartiger Förderprojekte verhindern: „Wenn das Projekt in drei Jahren rum ist, kann dieser Schwerpunkt mit Bundesförderung nicht fortgeführt werden, weil die Kinderbetreuung Ländersache ist. Gerade weil die Sprachintegration im Kindesalter entscheidend ist, müsste sie im regulären Personalschlüssel von vornherein mitgedacht werden. Andere Länder in Europa haben das längst erkannt.“